Wie's Begann
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Am Anfang war:

der Großvater, der schon immer mit Pferden arbeitete. Auch im ersten Weltkrieg war er mit dem Pferdefuhrwerk im Einsatz.  Großvater

Mein Vater wuchs mit seinem Bruder am Land auf. Als beide Elternteile verstarben, mußten die zwei Jungs jedoch nach Wien übersiedeln. Mein Vater erhielt sich auch hier in der Stadt, die Liebe zum Pferd. Also beschloß er Fuhrwerker zu werden.

Als der zweite Weltkrieg kam, wurde er als Kutscher für den Verpflegungs- Nachschub eingezogen.

Er war lange als Kutscher bei der Bierbrauerei tätig. Aber auch hier stieg man auf Lastkraftwagen um.

Einige Jahre konnte er noch bei den Schönbrunner Gärtnereien mit den letzten Pferdegespannen tätig sein, bis die kleinen, schnelleren Traktoren geliefert wurden.

Vater

Wien wurde zur Stadt der Autos und LKW.
 

Herr Trampusch sen. war kein Nörgler, sonder suchte sich einen anderen Beruf.

Beim Bau der Wiener Hochquellwasserleitung war er in den verschiedensten Orten Österreichs tätig. Aber die Familie sah ihn nicht sehr oft.
 

Als die Wasserversorgung für Wien fertig gestellt war, nahm er all seine Besitztümer und pachtete sich eine der wenigen Fiakerkonzessionen und eine zweite bestehende wurde, wie damals üblich, aufgekauft.
Als dann auch endlich ein eigener Stall gefunden wurde lebte er sichtlich auf und genoß seinen Berufstraum.

Die Übernahme:

Ich war also ein Stadtkind, das jedoch viel Zeit im Stall verbringen durfte. Zu besonderen Anlässen (Umzüge, Veranstaltungen ...) durfte ich mit meinem Vater gemeinsam am Kutschbock sitzen. Er erzählte von seinen Erfahrungen, Erlebnissen und ich lernte einige eingefleischte Pferdeleute kennen.

Meistens sangen wir beim heimfahren Wienerlieder. Es war eine sehr schöne Zeit. die dritte Generation

Für mich war schon ganz früh klar, das auch ich ein Wiener Fiaker werde. Vorher mußte ich jedoch eine Kochlehre absolvieren. Aber dann ging's endlich los.

Ich durfte jedoch nicht im eigenen Betrieb starten. Aber so lernt man einiges mehr. Über diese Zeit könnte ich einen Roman der  Vorfälle, Erlebnisse und Ereignisse schreiben, na ja vielleicht greif ich mal zur Feder. Als mein Vater dann in seine wohlverdiente Pension ging, übernahm ich den Fiakerbetrieb.

Ich hatte sehr gute Lehrmeister die mir ihre Erfahrungen mitteilten oder zeigten und zwar über: Pferdekenntnis, Kutschenbau und Restauration, Pferdegeschirre u. Anspannung, Fahrlehre (Absolvierung des Bronzenen Fahrabzeichens), Kundenorientierung + Marketing und einiges mehr. Hier möchte ich mich bei allen von denen ich lernen durfte bedanken und werde es an Interessierte weitergeben.

Nach jahrelangem Sammeln an den verschiedensten Orten, sind mir auch einige Raritäten in die Finger gekommen: wie z.B. alte originale Laternen, Kutschen- Türgriffe und  Auftritte, Einzelteile von alten Geschirren, originale Schnallen, alte Peitschenstiefel  u.v.m. Dank diverser Bücher und Vorlagen konnte ich einiges dieser schönen Originale reparieren und nachmachen lassen. Wichtig ist mir bei diesen alten Stücken aber auch der Sinn der dahinter steckt. Warum wurde in Wien mit dem Brustblatt gefahren und am Land mit dem Spitzgeschirr? Wieso sitzt der Kutscher rechts am Bock?  Und man lernt immer wieder etwas dazu.

Es ist zwar schön sein Hobby zum Beruf machen zu können, doch man darf auch nicht vergessen, das man für die Pferde 24 Stunden - 7 Tage die Woche die Verantwortung trägt.

Unsere diversen Arbeiten:

In der Saison kommt man meistens auf einen 15 Stunden Tag. Ausmisten
   uns-strohballen

Da werden die Pferde gefüttert, geputzt, die Kutschen hergerichtet und eingespannt.

Während die Gespanne alle in die Stadt fahren, wird der Stall gereinigt, die Pferde die zu Hause sind abwechselnd in den Auslauf geführt, oder es kommt der Schmied; abwechselnd wird Futter, Heu und Stroh geholt, daß heißt aufladen und abladen des LKW, egal wie heiß es ist - hier sei gesagt nicht nur der Hafer sticht.
 

In regelmäßigen Abständen wird der Mistcontainer zum Bauern für die Kompostierung gebracht. Fiaker

Dann wäre da noch die Wartung und Pflege wie: Kutschen waschen, das aufladen der Kutschenbatterien, die Schmierung des Reibkranzes, Laternen und Chromteile aufpolieren, einfetten und aufpolieren Tapezierung und Dachleder schwärzen und fetten (das ist auch bei den Geschirren notwendig, da das Leder sonst brüchig wird und reißen könnte), Pferde baden...

Pferde

 

Mittags bekommen die Pferde eine weitere Futterration und es wird wieder ausgemistet.
 

Nun kehrt ein bißchen Ruhe ein, außer es wird ein neues Pferd angelernt, oder es sind extra Arbeiten wie: Stall ausmalen, bei einer Kutsche das Rad wechseln, der Tierarzt kommt impfen,  eine Bestellte Fahrt am Nachmittag fahren, die neuen Kutschenräder lackieren, ...

Na und dann ist noch die bürokratische Seite, Krankenscheine fürs Personal, Rechnungen schreiben, Bank + Postwege, die Buchhaltung, der Pferdehänger gehört zur Pickerlüberprüfung. neue Schuhe für die Pferde

Einige Jahre war ich auch Fiakersprecher, da gabs dann noch die Sitzungen mit den Behörden, aber meine begrenzte Zeit als auch die Erkenntnis das leider vieles in die falsche Richtung lief, zwangen mich diesen freiwilligen Windmühlenposten auf zu geben.
 

Spätnachmittag - Abend: der Stall wird mit Stroh und Futter hergerichtet, die erste Kutsche kommt heim - ausspannen, Pferde versorgen, Kutschen und Geschirre putzen. Abends wenn alles erledigt ist, bekommen die Pferde ein letztes Mal Heu und das Licht wird abgedreht.  - Gute Nacht - die richtige Futtermischung und Menge Stall-wien

 

Im Winter ist dann die Zeit für Restauration, Instandhaltung von Kutschen und Geschirren, die Pferde sind zu bewegen und kleine Eigenheiten wieder weg zu trainieren, trotz der Kälte oft die schönste Zeit, da man sich in Ruhe mit den Pferden beschäftigen und auf sie eingehen kann.

 

Die Zukunft

sieht nicht rosig aus. der Glücksbringer
Dank den zuständigen Behörden werden Konzessionen und Auflagen immer mehr, aber die Menge der Fahrgäste nicht.

Die Pferde sind mit den vielen Stehtagen, Mistsäcken und Chips am meisten betroffen - doch die können nicht reden.

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